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Sind Verbraucherkredite pauschal schlecht oder gefährlich?

Nein! Im Gegenteil: In vielen Fällen kann es für Verbraucher:innen sehr sinnvoll sein, einen Kredit aufzunehmen. Das gilt vor allem für große Anschaffungen, die sich erst über die Lebensdauer des Produkts rentieren (also z.B. beim Kauf einer energiesparenden Waschmaschine oder der Dämmung des eigenen Hauses). Auch bei kleineren Ausgaben kann es für Verbraucher:innen praktisch sein, Kredite zu nutzen.

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Aber: Ob ein Kredit sinnvoll oder gefährlich ist, kommt immer auf die individuellen Umstände an. Insbesondere hängt das Risiko nicht von der Kreditsumme ab. Wenn sich eine Spitzenverdienerin 50.000 Euro für den neuen SUV leiht, kann das weniger riskant sein als der 200-Euro-Kredit der Studentin für die neue Winterjacke (genau um diese Frage geht es bei der sogenannten Kreditwürdigkeitsprüfung). Die Faustregel lautet: Kredite, die ich mir nicht leisten kann, lösen keine Probleme – sie schaffen nur neue, größere Probleme.

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Wenn ich bereits in finanziellen Schwierigkeiten stecke, können selbst „Kleinkredite“ in die Überschuldung führen. Genau deswegen sind z.B. auch die populären „buy now pay later“-Angebote (BNPL) alles andere als harmlos, obwohl große Teile der Branche das Gegenteil beteuern. Bei BNPL kriegen Verbraucher:innen beim Online-Shopping schnell und unkompliziert einen Kredit, um ihre Einkäufe erst später bezahlen zu müssen. Das Problem: Momentan werden diese Kredite oft ohne ernsthafte Kontrollen vergeben. Wer nicht rechtzeitig zurückzahlt, bekommt es schnell mit satten Strafgebühren und Inkassounternehmen zu tun. Mit verantwortungsvoller Kreditvergabe hat das nichts zu tun. Ich setze mich deshalb dafür ein, dass auch bei solchen kleinen, kurzlaufenden oder zinslosen Krediten die vollen Regeln der Verbraucherkreditrichtlinie gelten.